Sprache verändert unsere Wahrnehmung. Dieser Tage fällt häufiger das Wort „Lügenpresse“. Ob das gerechtfertigt ist, sei dahin gestellt. Tatsache ist, dass durch die Wortwahl unser Erleben beeinflusst wird. Dazu ein einfaches Beispiel: Vor ein paar Wochen wollte ich einen Song aufnehmen und scheiterte, weil die Gesangsstimme, die ich hatte, zu hoch war. Nun hätte ich mich martern können mit Wutausbrüchen und Worten, wie: Du Versager, nichts bekommst Du hin oder auch das war ja wieder klar. Die Information, die ich meinem Gehirn gebe, ist dabei folgende: Wenn es nicht nach Plan läuft, bist Du ein Versager. Und hier eine Ergänzung dazu: Es läuft fast nie nach Plan. Es scheint also eine ziemlich dumme Sache zu sein, sich selbst mit Aussagen zu foltern, die negativ sind. Ich reagiere mittlerweile inspiriert von einem Erlebnis.

Es gibt nämlich eine Alternative. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Das heißt in diesem Fall, dass wir uns an bestimmte, neue Verhaltensweisen gewöhnen, wenn wir sie nur oft genug wiederholen. Mit fiel auf, dass ein Klient sich mit Worten selbst klein machte. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, änderte er sein Verhalten. Er war dabei inspiriert von Mr. Spock aus der Serie Star Trek. Spock begegnet unerwarteten Verläufen der Dinge mit dem Ausruf: „Faszinierend.“. Das ist ziemlich clever, denn Faszination bedeutet, dass er offen und neugierig ist und sich die Dinge mal genauer anschaut. Es entsteht kein Widerstand. Im Gegenteil: Es entsteht etwas, das man als „Annehmen, was ist“ bezeichnen könnte. Durch negative Aussagen verursachte mein Klient früher negative Emotionen, die mit unglaublich vielen Situationen verbunden waren. Der Effekt: Ständige subtile emotionale Folter.  Nun änderte er die Verknüpfung und begegnete Abweichungen vom gewünschten Verlauf der Dinge mit Faszination. Das war zuerst nur ein aufgesetztes Wort. Aber nach ein paar Wochen änderte sich seine Haltung. Er reagierte weniger dramatisch und aufgeregt, er bewahrte sein Gesicht und konnte entspannter mit der Situation umgehen. Das ist eine der wertvollsten Lektionen, die ich für den Alltag lernen durfte: Begegne den ungeplanten Abweichungen im Leben mit dem Ausruf „Wie faszinierend“. Immer und immer wieder. Das ändert das eigene Erleben zum Positiven, minimiert den inneren Widerstand und macht uns im Geist flexibel und handlungsfähig. Das ist die Spock-Methode.

Viel Spaß beim Ausprobieren,

der Persönlichkeitsscout

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