Nach meinem Artikel über Trump wurde ich gebeten, etwas über Hillary Clinton zu schreiben. Dem Wunsch komme ich hiermit nach. Was für ein Mensch ist Hillary Clinton? Hillary geht es um Autonomie und Kontrolle.  Sie strebt nach Vollkommenheit. Dabei ist ihr Lösungsansatz eher „viel hilft viel“ und „mehr desselben“ als sich nach Ergänzungen umzuschauen. Ihr Streben nach Perfektion ist auch im zwischenmenschlichen Bereich bestimmend: Es geht ihr darum, Recht zu haben. Aus ihrer Sicht weiß sie, wie alles sein muss und sie kennt den Weg dahin. Und nicht nur das: Sie weiß es besser als andere. Diese Art von Persönlichkeitstyp hält sich in der Regel für besser als andere Menschen.

Hillary ist ein Mensch, der Fehler und Zorn vermeidet. Dabei ist sie durchaus zornig, doch ist sie bemüht, dies zu verbergen. Das verleiht ihr mitunter eine gewisse Kälte. Stressauslöser ist bei ihr, nicht dem Idealbild ihrer Vorstellung zu entsprechen. Ausrutscher, die diese fehlende Perfektion offenbaren würden, meidet sie, wie der Teufel das Weihwasser. Daher ist Selbstkontrolle eines ihrer höchsten Gebote. Sobald jemand ihr Fehler nachweisen kann, reagiert sie mit großer Härte. Die E-Mail Affäre wird ihr, und damit ihrem Team, massiven Stress und Ärger eingebracht haben – weniger durch die Affäre an sich, sondern eher durch die Bloßstellung. Stress wird bei Hillary außerdem durch fehlende Ordnung verursacht. Sie braucht sehr klare Strukturen, um sich unter Kontrolle zu wähnen und die Situation zu überblicken.

Sie ist ein ergebnisorientierter Typ. Dabei ist sie nicht sonderlich emotional. Sie ist eher berechnend und äußerst strukturiert. Sie hat die zukünftigen Ziele klar vor Augen und verfolgt sie hartnäckig. Sie geht weniger mit dem Kopf durch die Wand, sondern hat eher einen analysierenden Ansatz. Das macht sie einerseits in ihrer Reaktion langsamer als die reinen Macher, die sofort loslegen und zu denen Trump gehört, andererseits sind Hillarys Attacken, so sie sich zu einer durchringt, um so durchdachter und gefährlicher.

Vermutlich ist sie eine gruppen-orientierte Person. Ihr ist das Wohl der Bezugsgruppe wichtiger als das Wohl des Einzelnen. So hört man sie in vielen Reden auch von „Wir“ reden, auch wenn sie sich selbst meint.

Verschiedenen Orts wurde sie als kriegslüsternd bezeichnet. Das ist aus meiner Sicht schwer zu beurteilen. Die Art Grundpersönlichkeit, zu der sie zählt, geht einer Auseinandersetzung nicht aus dem Weg. Das Streben nach Macht und Einfluss gehört bei diesen Typen zum Normalzustand. Ich denke des Weiteren nicht, dass man in der Politik oder in der Wirtschaft eine Top-Position erreicht, wenn man Kämpfen ausweicht. Nur vermute ich auch, dass Hillary das Schlachtfeld sehr genau aussucht. Das unterscheidet sie von Trump, der eine Attacke reitet, sobald sie ihm durch den Kopf geht. An dieser Stelle ist Hillary wesentlich reflektierter. Ob sie das zu der besseren Wahl macht, mögen andere beurteilen.

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